Fuchsbandwurm auch im heimischen Garten

Obst und Gemüse aus heimischem Gärten kommt zunehmend als Infektionsquelle für den Fuchsbandwurm in Frage. Denn auch in den Städten und Orten – insbesondere in Oberbayern, der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald – sind mittlerweile viele Füchse heimisch, die den tückischen Parasiten in sich tragen. Dieser verursacht beim Menschen die unheilbare Echinokokkose, wenn Eier des Bandwurms in den Darm des Menschen gelangen. Dort schlüpfen Larven, die in die Leber oder andere Organe wandern. Ohne Frühsymp-tome bildet sich in den betroffenen Organen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren ein schwammartiges Gewebe, dass die gesunden Zellen verdrängt. Wird die Echinokokkose nicht behandelt, führt sie unweigerlich zum Tod. Oft wird die Krankheit jedoch erst in einem Stadium erkannt, wo eine Operation nahezu ausgeschlossen ist. Eine Heilung ist auch bei frühzeitigem Erkennen der Krankheit nicht möglich – nur ein lebenslanges Einnehmen von Medikamenten kann die Entwicklung der Larven stoppen.

Da regional durchschnittlich jeder zweite Fuchs infiziert ist, breitet sich auch der Erreger stark aus. Früher galten fast ausschließlich Waldfrüchte und Pilze als Infektionsquelle, doch mittlerweile machen die Bandwurmeier, die leicht durch den Wind verweht werden, nicht mehr vor dem heimischen Garten halt. Wichtig ist es deshalb, Obst und Gemüse vor dem Essen grundsätzlich zu waschen. Das reduziert das Infektionsrisiko zu einem großen Teil. Ganz ausgeschlossen wird es jedoch nur beim Erhitzen über 60 Grad Celsius (nicht beim Einfrieren).

Keinesfalls sollten Füchse absichtlich durch Fütterung oder unabsichtlich durch für sie leicht zugängliche Nahrungsreste angelockt werden. Deshalb sollte auch Futter für Haustiere nachts ins Haus geholt werden. Füchse bauen ihre Höhlen gerne an der Seite von Gartenhäusern oder unter Fertiggaragen. Vertreiben lassen sie sich durch menschliche Aktivitäten in der Nähe, Lampen mit Bewegungsmeldern oder auch ein lautes Radio. Zudem gibt es Mittel, die nach konzentriertem Menschenschweiß riechen und Wildtiere vertreiben sollen. Nicht vergessen werden sollte auch das regelmäßige Entwurmen von Katze und Hund. Insbesondere Katzen, die Mäuse jagen, können sich an den Nagetieren mit dem Fuchsbandwurm infizieren, welchen die Mäuse mit der Nahrung aufgenommen haben.

Makuladegeneration im Alter weit verbreitet

Die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Augenkrankheiten, die bei älteren Menschen zu einer Verschlechterung der Sehleistung führt. Dabei wird die Funktion der Makula (auch Gelber Fleck genannt) durch die Ansammlung von Stoffwechselprodukten beeinträchtigt. Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen sowie für das Farbsehen wesentlich verantwortlich ist. Sie ermöglicht das Lesen und das Erkennen von Feinheiten.

Typisches Symptom einer AMD ist ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes. Das Bild kann dort auch verschwommen oder verzerrt sein. Das äußere Gesichtsfeld ist  nicht betroffen und bleibt erhalten. Meistens treten die Symptome erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Als Auslöser kommen Umweltfaktoren in Frage sowie genetische Veränderungen. Raucher und Menschen mit Bluthochdruck scheinen früher an AMD zu erkranken, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Auch starke Sonneneinstrahlung kann die Makula schädigen. Eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit scheinen zudem ungünstige Cholesterinwerte und ein erhöhter Triglyceridspiegel zu spielen.

Die Schädigung des Gelben Flecks kann in zwei verschiedenen Formen auftreten: als feuchte oder trockene Makuladegeneration. Bei der feuchten AMD kann Blut und Flüssigkeit aus neu gebildeten Zellen direkt unter die Netzhaut laufen und zu einem Ödem führen, das die Zapfen der Makula zerstört. Sie kann im Gegensatz zur trockenen Form wesentlich schneller voranschreiten und zu einer irreparablen Schädigung des Auges führen. Bei der  trockenen AMD treten im Anfangsstadium nur geringe Symptome auf. Die Anpassung von hell auf dunkel kann länger dauern und die Farben können blasser erscheinen. Im Spätstadium verschlechtert sich das Sehen erheblich.

Um einer Makuladegeneration im fortgeschrittenen Alter vorzubeugen, sollte man seine Augen vor übermäßiger UV-Strahlung schützen und sich ausgewogen ernähren. Insbesondere grünblättriges Gemüse soll vor den oxidativen Vorgängen schützen, die die Makula schädigen.

Die AMD kann nicht geheilt, sondern nur in ihrem Verlauf verlangsamt werden. Dazu werden beispielsweise Wirkstoffe direkt in den Glaskörper gespritzt, die das krankhafte Wachstum  hemmen sollen. In manchen Fällen kann auch eine Laserbehandlung sinnvoll sein. Weitere Behandlungsmethoden werden erprobt.

Blutende Wunden richtig versorgen

Im Haushalt, bei Sport und Spiel     oder auch während des Urlaubs – leider passieren immer wieder Unfälle, die blutende Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades zur Folge haben können. Neben den Kenntnissen für die Erstversorgung blutender Wunden bildet die richtige Ausstattung der Haus- und Reiseapotheke bzw. des Erste-Hilfe-Kastens für Sport oder Auto die Basis für die optimale Versorgung eines Verletzten.

Stürzen kommt von Überstürzen – Bodenbeschaffenheit, Witterungseinflüsse, Ablenkung, Leichtsinn, Eile und Hast führen zum Stolpern oder Ausrutschen und bilden die Hauptgründe für häusliche Unfälle. Stürze – vor allem auf Treppen – sind dabei die häufigste Unfallart.

Ist es trotz aller Umsicht zu einer Verletzung gekommen, sollten einige Grundregeln für die Wundversorgung beachtet werden. Wichtig ist dabei immer, zuerst die Blutung zu stillen, das Risiko von Infektionen zu minimieren und zu prüfen, ob ein ausreichender Tetanus-Impfschutz besteht. Um sich und den Verletzten zu schützen, sollten bei der Wundversorgung Einmalhandschuhe getragen werden. Es ist wichtig, dass keine Medikamente der Cremes in die Wunde eingebracht werden. Zur Abdeckung der Wunde wird eine sterile Kompresse aufgelegt, die Fixierung erfolgt mit Hilfe einer Mullbinde und eines Fixierpflasters.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Personen verletzen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Selbst bei kleinen Schnitten können dann starke Blutungen auftreten. Schwer zu stillende Blutungen können auch bei Verletzten beobachtet werden, die acetylsalicylsäurehaltige Schmerzmittel eingenommen haben (z.B. Aspirin, ASS) – die gerinnungshemmende Wirkung hält bis zu einer Woche an!

Auf keinen Fall sollte versucht werden, Fremdkörper wie Glassplitter aus einer Wunde zu entfernen. Der Verletzte muss schnellstmöglich in eine Klinik oder zum Arzt gebracht werden. Bei ausgedehnten Verletzungen ist unbedingt ärztliche Hilfe (Tel. 112) anzufordern, da unverzüglich mit der Gabe von Infusionen und Schmerzmitteln begonnen werden muss. In jedem Fall sollte der Ersthelfer den Verletzten beruhigen und ihn nicht allein lassen.

In Ihrer Apotheke erhalten Sie alles, was zu einer optimalen Ersten-Hilfe-Leistung erforderlich ist, bis hin zu kompletten Taschen, Kästen und Koffern. Zusätzlich werden Sie dort kompetent beraten.

Mundhygiene: Zähneputzen alleine reicht nicht

Wenn es um das richtige Zähneputzen geht, heißt es: Bitte gerüttelt, nicht geschrubbt! Denn die Technik spielt bei der Zahnreinigung eine wesentliche Rolle. Wo früher noch intensiv gekreist, hin und her oder auf und ab geputzt wurde, rät der Zahnarzt heute lieber zur Rütteltechnik, damit der Zahnbelag nicht noch tiefer in die Zahnzwischenräume geschoben wird. Dabei sollte mit leichtem Druck gearbeitet werden. Geputzt wird Zahn für Zahn, indem man die Zahnbürste leicht schräg auf den Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn ansetzt, da sich dort die meisten Bakterien festgesetzt haben. Durch das leichte Rütteln lockern sich die Zahnbeläge und können dann zur Kaufläche hin ausgestrichen werden. Am besten putzt man immer nach einem bestimmten Schema, beginnt beispielsweise am Oberkiefer bei den Backenzähnen außen bis zu den Schneidezähnen, dann die andere Hälfte. Dann kommen die Zähne im Unterkiefer außen dran, schließlich alle Zähne innen und zuletzt die Kaufläche.

Klar, dass das nicht in den üblichen zwei Minuten zu schaffen ist, die die meisten Menschen in Deutschland beim Zähneputzen aufwenden. Rund 5,4 Minuten muss man für eine solch intensive Reinigung rechnen – und das dreimal täglich. Überlegenswert ist die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste, die bei richtiger Technik eine bessere Reinigungswirkung erreicht. Zusätzlich zum Putzen sollten einmal täglich die Zahnzwischenräume gereinigt werden. Das macht man am besten mit spezieller Zahnseide, die in der Apotheke erhältlich ist.

Weil sich die Bakterien nicht nur auf den Zähnen, sondern auch auf der Zunge ansiedeln, ist eine Reinigung der Zunge ebenfalls zu empfehlen. Hierzu gibt es in der Apotheke spezielle Zungenreiniger, mit denen man den Zungenbelag abschaben kann. Damit vermindert man auch eventuellen Mundgeruch.

Zahnärzte raten, ein bis zweimal im Jahr eine intensive Zahnreinigung in der Praxis durchführen zu lassen. Diese wird jedoch von den Kassen nicht bezahlt und kostet zwischen 50 und 100 Euro, je nach Aufwand.

Wenn unterwegs nach der Malzeit keine Zahnbürste zur Hand ist, hilft übrigens auch mal ein Zahnpflegekaugummi aus der Apotheke. Der zuckerfreie Kaugummi regt die Speichelproduktion an und neutralisiert hierdurch die Säuren im Mund.

Fett verbessert Aufnahme von Vitaminen

Dass man Karotten zusammen mit Fett essen soll, ist allgemein bekannt. Aber warum ist das so?

Der Körper braucht Helfer, um Vitamine und Mineralien besser oder     überhaupt aufnehmen zu können. Diese Helfer nennt man Resorptionsvermittler. Das in den Karotten enthaltene Betacarotin (Provitamin A) kann nur dann vom Körper richtig aufgenommen werden, wenn gleichzeitig ein wenig Fett, etwa in Form eines Dressings, verzehrt wird. Das gilt für alle fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

In einem anderen Fall ist das Vitamin selbst der Resorptionsvermittler: Kalzium und Phosphat können besser aus dem Dünndarm aufgenommen werden, wenn gleichzeitig Vitamin D in der Nahrung enthalten ist. Auch wenn Kalzium aus den Speichern in den Knochen zur Verfügung gestellt werden soll, wird Vitamin D benötigt. Um Osteoporose vorzubeugen, ist also nicht nur auf eine ausreichende Aufnahme von Kalzium zu achten, sondern auch von Vitamin D. Dies erreicht man durch eine Kombination von Milch und Milchprodukten oder Mineralwasser, die reich an Kalzium sind, mit Nahrungsmitteln, die viel Vitamin D enthalten. Dazu gehören fettreiche Fische wie Hering und Makrele sowie Speisepilze, Leber und Eigelb. Vitamin D wird in der Haut ebenfalls gebildet, wenn man sich im Freien aufhält. Hilfestellung leistet dem Organismus dabei die Sonne mit ihrer UV-Strahlung. Allerdings ist es nicht notwendig, sich den Sonnenstrahlen direkt auszusetzen.

Vitamin C dient ebenfalls als Resorptionsvermittler – und zwar, wenn es um die Aufnahme von Eisen geht. Vitamin C und Eisen gehen dabei eine Verbindung ein, die das Eisen so verändert, dass es besser vom Körper aufgenommen werden kann. Es empfiehlt sich deshalb beispielsweise beim Essen von Getreideprodukten gleichzeitig Obst, Gemüse oder Fruchtsäfte zu verzehren. Sie enthalten genügend Vitamin C, um das im Getreide enthaltene Eisen löslich zu machen. Auch Fleisch ist ein wichtiger Resorptionsvermittler, und zwar wenn es um die Aufnahme von Eisen und Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln geht.

Ausschlaggebend für die Beurteilung des Nährwerts eines Lebensmittels ist also nicht sein Gehalt an lebenswichtigen Inhaltsstoffen, sondern auch dessen Bioverfügbarkeit. Die aufgeführten Beispiele zeigen, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für die Aufnahme von Nährstoffen ist. Gern berät Sie Ihr Apotheker ausführlich.

Unterzuckerung schnell gegensteuern

Von einer akuten Unterzuckerung, der sogenannten Hypoglykämie, können Typ-1-Diabetiker und mit Insulin behandelte Typ-2-Diabetiker gleichermaßen betroffen sein. Eine Unterzuckerung kann unter Umständen sogar lebensbedrohend sein, wenn es zum hypoglykämischen Schock kommt. Durchschnittlich erleiden Typ-1-Diabetiker eine schwere Hypoglykämie alle 2 bis 5 Jahre. Leichtere Unterzuckerungen treten viel häufiger auf. Weil jedoch mit jeder Unterzuckerung die Wahrnehmung der Symptome schlechter wird und der Körper immer weniger regulierend eingreift, sollten Hypoglyk-ämien so gut wie möglich verhindert werden. Dies bedeutet, dass der Patient bedenken muss, wie sich in verschiedenen Situationen sein Blutzuckerspiegel verändert. Beispielsweise senkt Alkohol den Blutzuckerspiegel, ebenso sinkt der Bedarf an Insulin durch Bewegung und Sport. Hier muss also die Menge des verabreichten Insulins angepasst werden.

Wichtig ist zudem, dass der Diabetiker und seine Angehörigen die     Symptome einer Unterzuckerung kennen (Blässe, Schweißausbruch, Zittern, Herzrasen, Müdigkeit, Heißhunger, Unruhe, Verwirrtheit, Alpträume, ausgeprägte schlechte Laune, Störungen des Gleichgewichts, der Sprache, beim Sehen, Lähmungen, Krämpfe und Bewusstlosigkeit) und umgehend handeln. Bei den ersten Anzeichen sollte Traubenzucker, Fruchtsaft oder Cola zu sich genommen werden. Dann können noch langsam blutzuckerwirkende Kohlenhydrate gegessen werden. Erst dann sollte gemessen werden, also lieber einen etwas zu hohen Blutzuckerspiegel riskieren als eine ausgeprägte Unterzuckerung. Wichtig ist, dass man reaktionsfähig bleibt, um nicht sich oder andere – etwa beim Autofahren – zu gefährden.

Diabetiker können trainieren, die Symptome für eine Unterzuckerung früher wahrzunehmen. Hierzu schreibt man beispielsweise ein Hypo-Tagebuch oder führt öfters Hypo-Checks durch. Das sind Aufgaben, mit denen man seine Konzentration und sein Gedächtnis testen kann (Rechnen, rückwärts buchstabieren, Zungenbrecher aufsagen, laut vorlesen). Außerdem sollte der Patient immer Traubenzucker für den Notfall dabei haben – Süßigkeiten sind weniger geeignet. Traubenzucker, fertige Zuckergele in der Tube, Diabetikertagebücher sowie viele wertvolle Tipps erhalten Diabetiker in ihrer      Apotheke.

Schafgarbe entkrampft und heilt Wunden

Die Schafgarbe ist eine in unseren Breitengraden weit verbreitete Pflanze und doch kennt kaum ein Laie ihre Vorzüge. Bei Verdauungsproblemen und Haut- oder Schleimhautentzündungen ist sie eine der wirksamsten Heilpflanzen, vergleichbar mit der Kamille. Allerdings ist die belebende Wirkung der Schafgarbe deutlich größer als bei der Kamille.

Es sind die ätherischen Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralien, die eine vielseitige Verwendung der Schafgarbe möglich machen. Sie ist in der Lage, den Gallenfluss und den Appetit anzuregen, Krämpfe und Blähungen zu lösen, Entzündungen einzudämmen, die Wundheilung zu fördern und zudem tonisierend (stärkend) zu wirken. Diese Eigenschaften machen eine Anwendung bei Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden und Wundbehandlung möglich.  Obwohl die Schafgarbe eine Bitterpflanze ist, kann ein Tee aus ihren Blüten auch bei Beschwerden an der Magenschleimhaut Abhilfe schaffen. Als Tee sollte sie je nach Indikation mit anderen Heilpflanzen kombiniert werden, beispielsweise mit Kamille, Pfefferminze, Kümmel  oder Fenchel.

Hilfreich ist Schafgarbentee auch zur Entgiftung und Entschlackung. Ein feuchtes Tuch, getränkt mit einem warmen Sud, hergestellt aus der Heilpflanze, wird auf die Leber gelegt und mit einem Wolltuch abgedeckt. Etwa eine halbe Stunde lässt man den Wickel einwirken. Im Anschluss daran empfiehlt sich eine weitere Ruhepause, damit die Gifte ausgeschwemmt werden können.

Bei unregelmäßiger, zu schwacher oder zu starker Regelblutung oder bei Menstruationskrämpfen kann man mit Schafgarbe auch regulierend eingreifen. Neben dem Genuss einer Tasse Tee können auch Sitzbäder helfen. Das Kraut hat sich ferner bewährt bei Nasenbluten, Entzündungen der Haut oder Schleimhaut sowie Geschwüren und Hämorrhoiden.  Durch das regelmäßige Trinken des Tees lassen sich zudem die Venen stärken, wodurch Stauungen und Krämpfe zurückgehen können.

Über weitere Anwendungsmöglichkeiten des vielseitigen Krauts sowie dessen exakte Zubereitung berät Sie gerne Ihr Apotheker.

Thymian vertreibt Husten und Blähungen

Thymian ist nicht nur in der mediterranen Küche unentbehrlich, er ist auch ein vielseitiges Heilkraut, das sowohl bei Erkrankungen der Lunge und der Bronchien als auch des Magen-Darm-Trakts eingesetzt wird. Seinen wichtigsten Inhaltsstoff kann man sogar riechen, denn das ätherische Öl Thymol verleiht ihm ein einzigartiges Aroma. Er enthält noch ein weiteres Öl, das Carvacrol, sowie eine Reihe anderer Stoffe.

Aufgrund der ätherischen Öle hat der Thymian eine breite antibakterielle, antivirale sowie pilz- und entzündungshemmende Wirkung. Seine krampf- und schleimlösenden Fähigkeiten machen ihn zu einem idealen Mittel bei krampfartigem Husten, Keuchhusten, chronischer und akuter Bronchitis sowie asthmatischen Anfällen. Thymian ist nicht nur in der Lage, den zähen Schleim zu lösen, sondern unterstützt auch dessen Abtransport.

Für Erkrankungen des Atemtrakts gibt es in der Apotheke fertigen Thymian-Hustensaft zu kaufen. Bei Erkältungen kann man Thymian auch als fertigen Badezusatz dem Wasser zugeben. Oder aber die getrockneten Blätter in ein Leinensäckchen packen und in das Wasser hängen. 100 Gramm reichen für ein Vollbad aus.

Auf Magen und Darm hat Thymian eine anregende Wirkung. Die Produktion von Speichel und Magensaft wird gefördert und der Appetit gesteigert. Ein Tee – hergestellt aus dem Kraut – hilft auch gegen Völlegefühl, Magenkrämpfe und Blähungen. Hierfür wird ein Teelöffel getrockneter Thymianblätter mit einer Tasse heißem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen. Der Tee kann mehrmals täglich getrunken werden.

Da Thymian als reines ätherisches Öl stark reizend ist, sollte man es nur über einen beschränkten Zeitraum anwenden, besonders im Rahmen der Aromatherapie. Schwangere sollten im ersten Trimenom möglichst gar keine Arzneimittel einnehmen, somit auch keine thymianhaltigen. Gänzlich meiden sollte man Thymian, wenn man gegen Birkenpollen oder Sellerie allergisch ist. Auch Menschen mit Funktionsstörungen der Schilddrüse oder schweren Leberschäden sollten erst Rücksprache mit ihrem Arzt halten, denn zu hoch dosiert und zu lange eingenommen könnten die ätherischen Öle die Krankheiten unter Umständen noch verschlimmern. Gern informiert Sie Ihr Apotheker über die geeignete Anwendung und über Risiken.

Wenn Kinder den Toilettengang verweigern

Wer glaubt, Verstopfung sei eine Erkrankung der Erwachsenen, der irrt gewaltig. Rund zehn Prozent aller Kinder leiden nicht nur manchmal, sondern dauerhaft unter Problemen mit dem Stuhlgang.

Eine chronische Verstopfung entwickelt sich meist aus einer akuten Verstopfung, die fast jedes Kind einmal hat, wenn etwa die Ernährung umgestellt wird, die Familie im Urlaub ist oder psychische Belastungen auftreten. Das Kind erlebt dann die Stuhlentleerung als eine schmerzhafte Erfahrung, die es zukünftig möglichst vermeiden möchte. Dies führt häufig zum „Verkneifen“ und zu sogenannten Stuhlrückhaltemanövern wie Überkreuzen der Beine, Sitzen auf der eigenen Faust oder Reiten auf Stuhllehnen. Von einer chronischen Verstopfung spricht man, wenn die Beschwerden mindestens ein bis zwei Monate mit zwei oder noch weniger Stuhlgängen pro Woche andauern. Die Kinder haben außerdem Bauchschmerzen, keinen Appetit, einen aufgeblähten Bauch und sind häufig müde und übellaunig.

Eine frühzeitige Behandlung der kindlichen Obstipation, so der Fachbegriff, ist unbedingt erforderlich, da sonst das Problem bis ins Erwachsenenalter anhalten kann. Am Anfang der Behandlung steht das vollständige „Ausräumen“ des Darmes und die Beseitigung des Kotstaus, was bei Kindern besonders schonend geschehen muss. Das nicht abhängig machende Abführmittel Macrogol, das es auch in einer speziell für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr zugelassenen Variante gibt, wird in Wasser aufgelöst und dann getrunken. Dieses Mittel verdünnt und erweicht den Stuhl durch das Binden von Wasser und dessen Einströmen in den Dickdarm. So wird eine zuverlässige Darmreinigung garantiert. Weil das Medikament weder in den Körper aufgenommen noch von Darmbakterien verstoffwechselt wird, verursacht es keine schmerzhaften Blähungen.

Je später die Verstopfung behandelt wird, desto länger dauert es, bis der Stuhlgang wieder normal ist – 12 bis 24 Monate braucht der Darm, bis er wieder problemlos funktioniert. Eltern und Kinder müssen also viel Geduld mitbringen. In Ihrer Apotheke wird man Sie gerne ausführlich beraten.

Seltsame Winterfüße

Weihnachtsmänner tragen zum Schutz vor kalten Füßen dicke Socken und große Stiefel. Langhaarige Hunde tragen nach einem Spaziergang im Schnee seltsame weiße Bommel an den Füßen. Auch „Eisfüße“ kennt jeder, doch was ist ein „seltsamer Winterfuß“?

Der seltsame oder auch „atopische Winterfuß“ tritt tatsächlich überwiegend in den kalten Monaten auf. Sobald die Füße nicht mehr gut belüftet sind und in geschlossenen Schuhen und Nylonstrümpfen stecken, macht sich das an der Haut bemerkbar: die Haut an Fußsohlen und Zehenkuppen ist dann sehr trocken und rissig. An besonders beanspruchten Stellen entstehen schmerzhafte, oft auch blutende Risse. Betroffen sind vor allem Menschen, die außergewöhnlich stark auf Umwelteinflüsse reagieren, zum Beispiel Allergiker oder Menschen mit Neurodermitis. Wörtlich übersetzt heißt „atopisch“ übrigens „seltsam“ oder „ungewöhnlich“. Die Mediziner sprechen hier von einer Pulpitis sicca.

Es kommt vor, dass der atopische Winterfuß mit Hautpilzerkrankungen verwechselt wird. An Hand von mikroskopischen Untersuchungen und durch das Anlegen einer Pilzkultur kann der Hautarzt feststellen, um welche Form es sich handelt. Da es Hautpilze gern feucht und warm mögen, siedeln sie sich eher zwischen den Zehen an. Beim atopischen Winterfuß treten die Risse und Hautveränderungen meistens zuerst an den Fußsohlen und den Zehenkuppen auf und gehen erst dann in den Zwischenzehenbereich über. Für den Laien ist es schwierig, diese kleinen Unterschiede auf den ersten Blick zu erkennen.

Wichtig ist, dass ein „Hitzestau“ an den Füßen vermieden wird und diese gut belüftet sind. Stiefel und Halbschuhe sollten so oft wie möglich ausgezogen werden. Socken und Strümpfe aus kochfester Baumwolle sorgen für ein „gutes Klima“ am Fuß. Vorbeugend wird eine regelmäßige Hautpflege mit pH-neutralen Produkten empfohlen. Fußbäder sollten lauwarm und mit rückfettenden Badezusätzen sein, denn herkömmliche Seifen trocknen die Haut zu sehr aus. Ganz wichtig ist die Anwendung einer milden Fußcreme nach dem Abtrocknen. Gern empfiehlt Ihnen Ihr Apotheker geeignete Produkte.

Die Behandlung des atopischen Winterfußes allerdings gehört in fachmännische Hände und wird individuell auf den Hautzustand der Füße abgestimmt.