Blutdruckmedikamente regelmäßig einnehmen

Manchen Bluthochdruck-Patienten ist es unangenehm, dass sie täglich eine oder sogar mehrere verschiedene Tabletten nehmen müssen, andere wiederum leiden unter unangenehmen Nebenwirkungen. In solchen Fällen werden immer wieder von den Betroffenen die Medikamente in der Dosierung reduziert oder ganz abgesetzt, ohne den Arzt zu konsultieren. Dies ist jedoch nicht ratsam, da die Bluthochdruckmedikamente nicht zu einer Heilung führen, wie dies beispielsweise Antibiotika bei Infektionserkrankungen tun. Die Blutdruckmittel dienen vielmehr dazu, den Blutdruck auf einem gesunden Level zu halten und dadurch das Entstehen von Arterienverkalkung zu reduzieren als auch die Herzinfarkt- und Schlaganfallgefahr zu senken. Gerade zu schädlich für den Organismus ist jedoch das dauernde Auf und Ab des Blutdrucks, wenn die Medikamente nicht regelmäßig eingenommen werden.

Bluthochdruck-Patienten müssen von Zeit zu Zeit neu auf ihre Medikamente eingestellt werden, da es nach längerer Einnahme sein kann, dass sich der Blutdruck so gut reguliert hat, dass nur noch eine niedrigere Dosierung notwendig ist. Die meisten Patienten brauchen jedoch mehr als einen Wirkstoff, da oft verschiedene Ursachen für den Bluthochdruck verantwortlich sind. Hilfreich ist es, wenn bei bestehendem Übergewicht eine Gewichtsabnahme erfolgt, da dies den Blutdruck wirksam senken kann. Unterstützen kann man dies noch durch ausreichend Bewegung beziehungsweise sportliche Betätigung und eine Reduzierung des Salzkonsums.

Verträgt ein Betroffener einen Wirkstoff nicht, muss der Arzt ein Alternativ-Medikament finden, was normalerweise bei der Vielfalt der hier wirkenden Stoffe nicht schwierig ist. Wenn ein Patient neu mit einer den Blutdruck senkenden medikamentösen Therapie beginnt, muss er jedoch etwas Geduld aufbringen, da eine effektive Blutdrucksenkung nicht mit der ersten Tablette einsetzt  und wissen, dass vor allem anfangs auch Nebenwirkungen auftreten können. Diese werden  häufig nicht durch die Tabletten ausgelöst, sondern sind eine direkte Folge der Blutdrucksenkung. Abgeschlagenheit und eher diffuse Beschwerden sind die typischen Symptome.  Sie verschwinden nach ein paar Tagen oder Wochen von selbst. Ihr Apotheker wird Ihnen alle Besonderheiten erklären.

Nach China nicht ohne Reiseapotheke!

China bietet viele Reisemöglichkeiten. Die viele tausend Jahre alte Kultur sowie atemberaubende Landschaften mit den höchsten Bergen der Welt in Tibet sowie Wüsten mit der Seidenstraße ziehen immer mehr Touristen hin.

Für den langen Flug werden zumindest Stützstrümpfe der Kompressionsklasse I empfohlen, die schon vor dem Flug anprobiert werden sollten. Besteht ein hohes Thromboserisiko, kann der Hausarzt zusätzlich niedermolekulares Heparin verordnen.

Im Land können Klima und ungewohntes Essen Europäern den Aufenthalt erschweren. Hinzu kommen Gesundheitsrisiken etwa durch Luftverschmutzung oder Infektionserreger. Sowohl die empfohlenen Standardimpfungen als auch zusätzliche Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie gegen Typhus sollte jeder Reisende haben. Die Tollwutrate in China ist durch streunende Hunde zudem hoch, daher ist auch ein Tollwutschutz zu erwägen.

Mückenschutz ist im Süden Chinas vor allem wegen des Risikos für Dengue-Fieber und Malaria wichtig. Reisende nach Tibet sollten unbedingt über die Höhenkrankheit informiert sein, denn eine akute Bergkrankheit mit Kopfweh, Schwindel, Schwäche und psychischen Störungen bekommt fast jeder dritte Wanderer in Höhen über 2500 Meter. Wer derartige Symptome feststellt, dem wird ein sofortiger Abstieg empfohlen.

Da Ärzte meist nur chinesisch sprechen und westliche Medikamente und Impfstoffe oft nicht zu bekommen sind, empfiehlt es sich, eine gut gepackte Reiseapotheke mitzuführen, mit der man im Notfall eine gewisse Zeit ohne medizinische Versorgung auskommt. Sie sollte mindestens Durchfall-, Fieber- und Schmerzmittel sowie Verbandstoffe, Pflaster und Wunddesinfektionsmittel enthalten, außerdem die Medikamente, die der Reisende ständig nehmen muss. Gern ist Ihre Apotheke bei der Zusammenstellung behilflich.

Treten gravierende medizinische Probleme während des Aufenthaltes auf, sollten Patienten so schnell wie möglich ausgeflogen werden. Eine gute Reisekrankenversicherung ist daher unbedingt anzuraten.

Die Angst vorm Tröpfeln…

Trotz moderner Therapiemethoden ist es immer noch ein Tabuthema: Probleme mit der Blase und dem Beckenboden. Dabei ist das vermeintlich „peinliche“ Übel weit verbreitet. Immerhin eine von sieben Frauen leidet weltweit unter den Symptomen der Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Noch mehr Menschen haben eine überaktive Blase – sie müssen sehr oft zum Wasserlassen und schaffen es nicht rechtzeitig bis zur Toilette, wenn der Harndrang überfallartig auftritt. Rund vier bis sechs Millionen Menschen hierzulande sind von Harninkontinenz betroffen. Doch die Dunkelziffer dürfte mindestens doppelt so hoch sein.

Aus Scham greifen viele zu Damenbinden, Papiertaschentüchern oder ähnlichen „Hilfsmitteln“, damit die Hose trocken bleibt. Die Angst vor einem Malheur bringt es mit sich, dass Betroffene kaum noch aus dem Haus gehen, Beziehungen abbrechen und sich in soziale Isolation begeben.

Doch Blasenschwäche ist kein unabwendbares Schicksal, sondern kann und muss ursächlich behandelt werden. Je nach Art und Ursache der Harninkontinenz ist es möglich, die Krankheit durch Beckenbodentraining, durch Medikamente und/oder eine Operation zu lindern oder sogar vollständig zu heilen. Welche Therapieform die geeignete ist, muss je nach Diagnose durch den Arzt individuell entschieden werden.

Bei den Medikamenten werden in erster Linie sogenannte Anticholinergika eingesetzt, welche die überaktive Blasenwandmuskulatur erschlaffen lassen. Kombiniert wird die Pharmakotherapie sinnvollerweise mit Verhaltens- und physiotherapeutischen Methoden: Toiletten- und Beckenbodentraining. Gezieltes und regelmäßiges Beckenbodentraining ist nicht nur zur Vorbeugung wichtig. Es gilt als das Mittel der Wahl bei bereits vorhandener Belastungsinkontinenz      oder vorhandener überaktiver Blase. Als vielversprechend hat sich auch die Elektrostimulation bei gleichzeitiger Arzneigabe erwiesen.

In der Apotheke erhalten Betroffene Einlagen und Vorlagen in verschiedenen Größen und Saugstärken, die sich meist sehr diskret tragen lassen und  für leichte bis mittlere Inkontinenzgrade geeignet sind. Anatomisch geformt, bestehen sie aus einem Vlies, einem geruchsbindenden Saugkern und einer undurchlässigen Außenseite. Gern berät man Sie ausführlich und diskret.

Schwimmen – Vorsicht Scheideninfektion

Die Sonne beweist es – die heißeste Zeit des Jahres ist da: Rein ins kühle Nass, anschließend den Bikini beim Sonnenbaden direkt auf der Haut trocknen lassen. Für viele Frauen ein Vergnügen mit leider unangenehmen Konsequenzen: Sie nehmen eine Scheideninfektion mit nach Hause. Und das nicht etwa, weil es im Wasser vor Erregern nur so wimmelt, sondern weil sie eine Unverträglichkeit gegenüber Wasserbestandteilen, wie zum Beispiel Chlor haben. Herrscht in der Scheidenflora ein Mangel an Milchsäurebakterien – man nennt sie auch Döderlein-Bakterien oder Laktobazillen – kommt diese Unverträglichkeit als Scheideninfektion vollends zum tragen. Brennen, Juckreiz und Schmerzen sind die Folge.

Laktobazillen fungieren in der Scheide als Schutzbarriere gegen Krankheitserreger. Sind sie in zu geringer Anzahl oder gar nicht vorhanden, ist die Gabe von Milchsäurebakterien unbedingt erforderlich. Denn nur eine gesunde Scheide mit genügend Laktobazillen kann Keimen standhalten und Infektionen, wie sie etwa durch Chlor ausgelöst werden, abwehren. Spezielle Kapseln oder Zäpfchen zum Einführen in die Scheide aus der Apotheke enthalten diese speziellen Milchsäurebakterien.

Mit Tampons können sich Frauen auch während der Monatsblutung im Bikini zeigen. Allerdings sollte das Schwimmen mit Tampons vermieden werden. Denn der Tampon funktioniert im Wasser wie ein Docht und leitet dieses mit den darin enthaltenen Bestandteilen in die Vagina weiter. Das hintere Scheidendrittel kommt nun durch den Tampon mit dem Wasser in Kontakt. Eine Infektion ist vorprogrammiert.

Ferner sollte eine gesunde Scheidenflora nicht durch übertriebenes Reinigen und desinfizierende Seifen gestört werden. Am besten wird der Intimbereich nur mit warmem Wasser, höchstens mit sanften milchsäurehaltigen Produkten, die es ebenfalls in der Apotheke gibt, gereinigt.

Ein simpler Laktobazillen-Mangel kann übrigens dieselben Symptome haben wie eine Pilzinfektion: Brennen, Juckreiz und Schmerzen. Daher kann eine mikroskopische Untersuchung durch den Frauenarzt sehr schnell die richtige Diagnose und Therapie herausfinden.

Transdermalpflaster richtig handhaben

Transdermalpflaster haben für Patienten den großen Vorteil, dass sie kontinuierlich den benötigten Wirkstoff an die Haut abgeben und dieser von dort in den Körper gelangt. Je nach Anwendungsdauer brauchen die Träger tagelang nicht an die regelmäßige Einnahme der Medikamente zu denken, sondern können sich ganz auf das Pflaster verlassen. Der Anwendungsbereich wird deshalb auch immer größer und reicht vom schmerzstillenden Pflaster über Hormonpflaster, Nikotinpflaster bis zum Pflaster gegen Parkinson oder Alzheimer.

Doch so einfach, wie die Anwendung zu sein scheint, ist sie nicht. Ein falscher Umgang mit dem Transdermalpflaster kann durch eine mögliche Überdosierung den Anwender gefährden. Deshalb gibt es einige Regeln, an die man sich bei der Anwendung halten sollte. Direkt nach der Entnahme aus der Verpackung und dem Entfernen der Schutzfolie wird das Pflaster auf ein unbehaartes oder von Haaren befreites (mit Schere, nicht rasieren) Hautareal im Bereich des Oberkörpers (Brust, Rücken, Oberarm) aufgeklebt.

Transdermalpflaster vertragen keine Hitze. Sie sollten nicht über 25 Grad Celsius gelagert werden, weil sich dadurch die Wirkstoffverteilung im Innern ändern und zu einer fehlerhaften Abgabe führen kann. Auch auf der Haut sollten die Pflaster nicht mit Hitze konfrontiert werden. Sauna und warme Bäder sind ebenso tabu wie Sonnenbaden, Solarium und Heizkissen. Denn dadurch kann die Freisetzungsgeschwindigkeit beschleunigt werden. Dies gilt sogar noch eine Zeit lang, wenn das Pflaster entfernt wurde. Denn in der oberen Hautschicht hat sich ein Depot gebildet, aus dem der Wirkstoff noch eine Weile abgegeben wird.

Aus Sicherheitsgründen darf ein Medikamentenpflaster nicht beschädigt oder zerschnitten werden. Die Pflaster enthalten eine recht hohe Wirkstoffkonzentration, bei einem möglichen Austreten des mitunter flüssigen oder halbfesten Inhalts kann es zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung kommen. Gebrauchte Pflaster sind sicher zu entsorgen, damit sie nicht in die Hände von Kindern gelangen. Da sie nach dem Abziehen noch jede Menge Wirkstoff enthalten, können sich Kinder damit vergiften.

Pflaster, die Aluminium enthalten (z.B. Nikotinpflaster), dürfen keinesfalls bei einer Kernspintomographie getragen werden. Sie können sich in der Röhre so stark erhitzen, dass es zu Verbrennungen der Haut kommt.

Beinwell hilft verstauchten Gelenken schnell

Bei stumpfen Verletzungen wie Verstauchungen sowie bei Muskel- und Gelenkbeschwerden steht die Beinwellwurzel dem sonst häufig verordneten Wirkstoff Diclofenac in nichts nach. Das ergab eine klinische Studie, in der das pflanzliche und das chemische Mittel verglichen wurden. Die Wirksamkeit beider Stoffe wurde anhand der Schmerzreaktion gemessen, die auf einen bestimmten definierten Druck auf die verletzte Stelle erfolgte. Bewertet wurde zudem die Schwellung und die Bewegungseinschränkung des verstauchten Gelenks sowie das individuelle Schmerzempfinden. Sowohl Ärzte als auch Patienten konnten abschließend eine Einschätzung der Wirksamkeit beider Salben abgeben, wobei der Beinwellwurzelextrakt sogar um einige Prozentpunkte besser abschnitt als Diclofenac.

Die gute Wirksamkeit der Beinwell-Pflanze bei der Behandlung von Muskel- und Gelenkbeschwerden ist schon lange bekannt. Römische Ärzte sowie die Kräuterkundlerin Hildegard von Bingen setzten sie schon vor Jahrhunderten ein. Schon der Name ‚Beinwell’ deutet auf ihre Heilwirkung hin, denn mit ‚Bein’ sind die Gebeine gemeint und ‚Wellen’ bedeutete früher zusammenwachsen. Die Heilpflanze hat entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften und regt zudem das Gewebe zur Regeneration und zur Bildung von neuem Bindegewebe an. Ihr Einsatzgebiet sind deshalb Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Beinwell wächst bevorzugt im feuchten Ufergebiet von Bächen, in Auenwäldern, an Wegrändern und auf nassen Wiesen. Die Hauptwirkstoffe ihrer Wurzel sind Allantoin, Rosmarinsäure und Schleimstoffe. Die genaue Wirkungsweise ist noch unklar.

Die Beinwellwurzel kann zusätzlich bei folgenden Indikationen zum Einsatz kommen: Muskelkater, Sehnen-, Sehnenscheid- oder Schleimbeutelentzündung, schlecht heilende Frakturen, Nagelbettentzündungen sowie Furunkel. Die Wirksamkeit ist bei diesen Symptomen jedoch nicht durch klinische Studien belegt, allerdings liegen zahlreiche Erfahrungswerte vor. Beinwell darf nur äußerlich angewendet werden. Die empfohlene Dosis und Anwendungsdauer sollte nicht überschritten werden, da sonst die Leber geschädigt werden kann. Über die richtige Anwendung berät Sie gerne Ihr Apotheker!

Mit Selen auf der Jagd nach Freien Radikalen

Das Spurenelement Selen gehört zu den Antioxidanzien, die eine vorbeugende Wirkung gegen verschiedene Krankheiten haben. Deutschland gilt als Selen-Mangelgebiet, da die Böden sehr wenig Selen enthalten und folglich auch Obst und Gemüse selenarm sind. Auch innerhalb des Landes gibt es ein Nordsüd-Gefälle im Selengehalt von Ackerland. Die Bodenproben aus Schleswig-Holstein zum Beispiel enthalten dreimal soviel Selen wie die aus Bayern. Der Weizen, der hierzulande wächst, enthält – bedingt durch die Selen-armut der Felder – deutlich weniger Selen als etwa amerikanischer Weizen. Für den Körper ist jedoch eine ausreichende Versorgung mit Selen wichtig, da der Mineralstoff zum einen Entgiftungsvorgänge unterstützt und zum anderen Bestandteil von Enzymen ist. Eines davon hilft bei der Beseitigung von Freien Radikalen, die bei normalen Stoffwechselvorgängen entstehen und die Zellen schädigen können.

Als Selenquellen stehen aber weitere Nahrungsmittel außer Obst und Gemüse, etwa Fisch und Innereien zur Verfügung, die relativ viel Selen enthalten (Rotbarsch bis zu 196 Mikrogramm, Rinderniere bis zu 550 Mikrogramm). Kokosnüsse (540 Mikrogramm) und andere Nusssorten wie Paranüsse sind insbesondere für Vegetarier gute Selen-Lieferanten. Die Angaben über den täglichen Bedarf variieren und liegen  zwischen 30 und 100 Mikrogramm. Eine einseitige Ernährung mit Fast Food birgt das Risiko, zu wenig Selen aufzunehmen. Milchprodukte, Käse und  Fleisch enthalten pro 100 Gramm meist deutlich weniger als zehn Mikrogramm Selen, Obst und Gemüse liegen häufig sogar unter einem Mikrogramm.

Einen erhöhten Bedarf an Selen haben Schwangere, Stillende, ältere und immunschwache Menschen. Ein gesteigertes Risiko für eine Unterversorgung haben zudem Frühgeborene, Kinder mit angeborenen Stoffwechselerkrankungen sowie Alkoholiker. Eine ständige Aufnahme von Selen bis zu 200 Mikrogramm pro Tag ist als sicher und nebenwirkungsfrei anzusehen. Vorsicht ist jedoch vor einer Überdosierung (800 Mikrogramm) geboten, denn in zu hohen Dosen kann Selen giftig sein.

Untersuchungen haben ergeben, dass eine ausreichende Selenversorgung wohl krebsvorbeugend wirkt, insbesondere für Prostata, Darm und Lunge. Umgekehrt vergrößert ein Selenmangel das Krebsrisiko. Herzmuskel- und Gelenkerkrankungen können ebenfalls das Resultat einer zu niedrigen Selenversorgung sein.

Fuchsbandwurm auch im heimischen Garten

Obst und Gemüse aus heimischem Gärten kommt zunehmend als Infektionsquelle für den Fuchsbandwurm in Frage. Denn auch in den Städten und Orten – insbesondere in Oberbayern, der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald – sind mittlerweile viele Füchse heimisch, die den tückischen Parasiten in sich tragen. Dieser verursacht beim Menschen die unheilbare Echinokokkose, wenn Eier des Bandwurms in den Darm des Menschen gelangen. Dort schlüpfen Larven, die in die Leber oder andere Organe wandern. Ohne Frühsymp-tome bildet sich in den betroffenen Organen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren ein schwammartiges Gewebe, dass die gesunden Zellen verdrängt. Wird die Echinokokkose nicht behandelt, führt sie unweigerlich zum Tod. Oft wird die Krankheit jedoch erst in einem Stadium erkannt, wo eine Operation nahezu ausgeschlossen ist. Eine Heilung ist auch bei frühzeitigem Erkennen der Krankheit nicht möglich – nur ein lebenslanges Einnehmen von Medikamenten kann die Entwicklung der Larven stoppen.

Da regional durchschnittlich jeder zweite Fuchs infiziert ist, breitet sich auch der Erreger stark aus. Früher galten fast ausschließlich Waldfrüchte und Pilze als Infektionsquelle, doch mittlerweile machen die Bandwurmeier, die leicht durch den Wind verweht werden, nicht mehr vor dem heimischen Garten halt. Wichtig ist es deshalb, Obst und Gemüse vor dem Essen grundsätzlich zu waschen. Das reduziert das Infektionsrisiko zu einem großen Teil. Ganz ausgeschlossen wird es jedoch nur beim Erhitzen über 60 Grad Celsius (nicht beim Einfrieren).

Keinesfalls sollten Füchse absichtlich durch Fütterung oder unabsichtlich durch für sie leicht zugängliche Nahrungsreste angelockt werden. Deshalb sollte auch Futter für Haustiere nachts ins Haus geholt werden. Füchse bauen ihre Höhlen gerne an der Seite von Gartenhäusern oder unter Fertiggaragen. Vertreiben lassen sie sich durch menschliche Aktivitäten in der Nähe, Lampen mit Bewegungsmeldern oder auch ein lautes Radio. Zudem gibt es Mittel, die nach konzentriertem Menschenschweiß riechen und Wildtiere vertreiben sollen. Nicht vergessen werden sollte auch das regelmäßige Entwurmen von Katze und Hund. Insbesondere Katzen, die Mäuse jagen, können sich an den Nagetieren mit dem Fuchsbandwurm infizieren, welchen die Mäuse mit der Nahrung aufgenommen haben.

Makuladegeneration im Alter weit verbreitet

Die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Augenkrankheiten, die bei älteren Menschen zu einer Verschlechterung der Sehleistung führt. Dabei wird die Funktion der Makula (auch Gelber Fleck genannt) durch die Ansammlung von Stoffwechselprodukten beeinträchtigt. Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen sowie für das Farbsehen wesentlich verantwortlich ist. Sie ermöglicht das Lesen und das Erkennen von Feinheiten.

Typisches Symptom einer AMD ist ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes. Das Bild kann dort auch verschwommen oder verzerrt sein. Das äußere Gesichtsfeld ist  nicht betroffen und bleibt erhalten. Meistens treten die Symptome erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Als Auslöser kommen Umweltfaktoren in Frage sowie genetische Veränderungen. Raucher und Menschen mit Bluthochdruck scheinen früher an AMD zu erkranken, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Auch starke Sonneneinstrahlung kann die Makula schädigen. Eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit scheinen zudem ungünstige Cholesterinwerte und ein erhöhter Triglyceridspiegel zu spielen.

Die Schädigung des Gelben Flecks kann in zwei verschiedenen Formen auftreten: als feuchte oder trockene Makuladegeneration. Bei der feuchten AMD kann Blut und Flüssigkeit aus neu gebildeten Zellen direkt unter die Netzhaut laufen und zu einem Ödem führen, das die Zapfen der Makula zerstört. Sie kann im Gegensatz zur trockenen Form wesentlich schneller voranschreiten und zu einer irreparablen Schädigung des Auges führen. Bei der  trockenen AMD treten im Anfangsstadium nur geringe Symptome auf. Die Anpassung von hell auf dunkel kann länger dauern und die Farben können blasser erscheinen. Im Spätstadium verschlechtert sich das Sehen erheblich.

Um einer Makuladegeneration im fortgeschrittenen Alter vorzubeugen, sollte man seine Augen vor übermäßiger UV-Strahlung schützen und sich ausgewogen ernähren. Insbesondere grünblättriges Gemüse soll vor den oxidativen Vorgängen schützen, die die Makula schädigen.

Die AMD kann nicht geheilt, sondern nur in ihrem Verlauf verlangsamt werden. Dazu werden beispielsweise Wirkstoffe direkt in den Glaskörper gespritzt, die das krankhafte Wachstum  hemmen sollen. In manchen Fällen kann auch eine Laserbehandlung sinnvoll sein. Weitere Behandlungsmethoden werden erprobt.

Blutende Wunden richtig versorgen

Im Haushalt, bei Sport und Spiel     oder auch während des Urlaubs – leider passieren immer wieder Unfälle, die blutende Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades zur Folge haben können. Neben den Kenntnissen für die Erstversorgung blutender Wunden bildet die richtige Ausstattung der Haus- und Reiseapotheke bzw. des Erste-Hilfe-Kastens für Sport oder Auto die Basis für die optimale Versorgung eines Verletzten.

Stürzen kommt von Überstürzen – Bodenbeschaffenheit, Witterungseinflüsse, Ablenkung, Leichtsinn, Eile und Hast führen zum Stolpern oder Ausrutschen und bilden die Hauptgründe für häusliche Unfälle. Stürze – vor allem auf Treppen – sind dabei die häufigste Unfallart.

Ist es trotz aller Umsicht zu einer Verletzung gekommen, sollten einige Grundregeln für die Wundversorgung beachtet werden. Wichtig ist dabei immer, zuerst die Blutung zu stillen, das Risiko von Infektionen zu minimieren und zu prüfen, ob ein ausreichender Tetanus-Impfschutz besteht. Um sich und den Verletzten zu schützen, sollten bei der Wundversorgung Einmalhandschuhe getragen werden. Es ist wichtig, dass keine Medikamente der Cremes in die Wunde eingebracht werden. Zur Abdeckung der Wunde wird eine sterile Kompresse aufgelegt, die Fixierung erfolgt mit Hilfe einer Mullbinde und eines Fixierpflasters.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Personen verletzen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Selbst bei kleinen Schnitten können dann starke Blutungen auftreten. Schwer zu stillende Blutungen können auch bei Verletzten beobachtet werden, die acetylsalicylsäurehaltige Schmerzmittel eingenommen haben (z.B. Aspirin, ASS) – die gerinnungshemmende Wirkung hält bis zu einer Woche an!

Auf keinen Fall sollte versucht werden, Fremdkörper wie Glassplitter aus einer Wunde zu entfernen. Der Verletzte muss schnellstmöglich in eine Klinik oder zum Arzt gebracht werden. Bei ausgedehnten Verletzungen ist unbedingt ärztliche Hilfe (Tel. 112) anzufordern, da unverzüglich mit der Gabe von Infusionen und Schmerzmitteln begonnen werden muss. In jedem Fall sollte der Ersthelfer den Verletzten beruhigen und ihn nicht allein lassen.

In Ihrer Apotheke erhalten Sie alles, was zu einer optimalen Ersten-Hilfe-Leistung erforderlich ist, bis hin zu kompletten Taschen, Kästen und Koffern. Zusätzlich werden Sie dort kompetent beraten.