Naturheilmittel steigern Operationsrisiko

Der Trend hin zu Naturheilmitteln ist ungebrochen, und viele Menschen glauben, dass diese unbedenklich eingenommen werden können. Natur wird mit ‚natürlich’ assoziiert und kann demnach nicht gefährlich sein, so der weit verbreitete Glaube. In der Regel helfen Phytopharmaka auch recht zuverlässig bei gewissen Leiden und sind keineswegs aus der Medikation weg zu denken.

Doch auch Naturheilmittel haben Nebenwirkungen, nehmen Einfluss auf verschiedene Faktoren und können bei fehlerhafter Anwendung sogar zu erheblichen Komplikationen führen. So sind einige der weit bekannten pflanzlichen Medikamente wie Baldrian, Ginseng, Ginkgo, Knoblauch, Echinacea oder Johanniskraut Risikofaktoren bei Operationen, wie in einer US-Studie heraus gefunden wurde.

Knoblauch, Ginseng und Ginkgo können Blutungen während der Operation hervorrufen, Ginseng scheint auch eine Unterzuckerung vor der Operation zu begünstigen. Beruhigungsmittel wie Baldrian oder Kava Kava steigern unter Umständen die Wirkung der chemischen Narkotika. Durch Echinacea könnten allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Zudem scheint das Mittel die Wirkung von Medikamenten zur Unterdrückung der Immunabwehr des Körpers (Immunsuppressiva) zu vermindern. Die Einnahme von Johanniskraut bewirkt offenbar, wie mehrfach nachgewiesen wurde, eine abschwächende Wirkung diverser Medikamente.

Da Hausärzte oftmals nicht darüber informiert sind, welche Naturheilmittel ihre Patienten nebenbei einnehmen, sollten diese sich vor einer anstehenden Operation danach erkundigen. Doch auch der Patient, der operiert werden soll, muss daran denken, dem Arzt sämtliche Mittel zu nennen, die er tagtäglich und regelmäßig einnimmt. Nur so kann der Arzt entscheiden, ob es sinnvoll ist, diese mit eventuellen Wechsel- und Nebenwirkungen behafteten Phytopharmaka zwei bis drei Wochen vor der Operation abzusetzen. Wenn auch in der Regel von pflanzlichen Arzneimitteln nur eine geringe potenzielle Gefahr ausgeht, so gilt es doch, jegliches Operationsrisiko so gering wie möglich zu halten.

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