Schreibabys leiden nur selten unter Blähungen

Babys schreien normalerweise dann, wenn sie sich unbehaglich fühlen. Sie wollen damit Kontakt mit ihren Eltern aufnehmen. Gründe können Hunger, Durst, volle Windeln, Schmerzen, Blähungen, Übermüdung, ein Gefühl des Verlassen seins, schwitzen oder frieren, Langeweile oder Fremdeln sein. Wenn die Eltern die Ursache für das Unbehagen beseitigen, hört in der Regel auch das Schreien auf. Es gibt jedoch Babys, die es locker auf sechs Schreistunden am Tag bringen und ihre Eltern damit verzweifeln lassen. Nichts scheint sie zufrieden zu stellen, und einen Grund für das Schreien scheint es nicht zu geben. Dauert das Geschrei länger als drei Wochen mit mehr als drei Stunden an drei Tagen in der Woche, dann spricht man von einem Schreikind.

Weit verbreitet ist die Meinung, diese Kinder litten unter der so genannten ´Dreimonatskolik’, doch nur 10 bis 15 Prozent der Babys haben tatsächlich starke Blähungen. In der Apotheke gibt es entblähende Tropfen, Zäpfchen oder Massageöle, die hier schnell helfen.

Wenn das Kind dennoch weiterhin schreit, sollte ein Arzt ausschließen, dass eine Erkrankung vorliegt, die dem Kind Schmerzen bereitet.

Schreikinder sind oftmals von ihrer Umwelt und der Reizflut überfordert. Bei manchen Babys verläuft die Reifung des Gehirns verzögert, wodurch sie empfindlicher auf Veränderungen reagieren und schwer abschalten können. Deshalb ist es wichtig, dem Baby zu helfen und es zu unterstützen, auch wenn man selbst noch so gestresst oder erschöpft ist. Viel Körperkontakt kann hier Sicherheit geben. Versuchen Sie, dem Kind dann Zuwendung zu geben, wenn es nicht schreit. So lernt es, mit Mimik und Lauten Kontakt aufzunehmen. Wenn seine Aufmerksamkeit nachlässt und es anfängt zu quengeln, ist die beste Zeit, es schlafen zu legen. Wenn es bereits übermüdet ist, ist die Gefahr größer, dass es anhaltend schreit. Zum Einschlafen sollte das Kind in ein ruhiges Zimmer gelegt werden. Schreit es, wird es im Bett durch Berührung und Ansprechen beruhigt, aber nicht heraus genommen. Wenn es weiter schreit, sollte man für ein paar Minuten das Zimmer verlassen und das Ganze dann wiederholen.

Hilfe für überforderte Eltern bieten spezielle Schreiambulanzen an. Adressen erhalten Sie von Ihrem Apotheker, vom Kinderarzt oder im Internet.