Trotz Diabetes in die Ferne reisen

Viele Diabetiker verzichten auf Grund ihrer Krankheit auf Fernreisen. Doch mit der nötigen Vorsorge und Disziplin muss das nicht sein, vorausgesetzt, der Stoffwechsel ist stabil eingestellt. Wichtig ist außerdem vor  Reiseantritt eine kompetente Beratung, die unter anderem auf die individuelle Insulin-Therapie, die Zeitverschiebung oder Aufbewahrung des Insulins eingeht. Je nach Therapie und Diabetiker-Typ muss die Zeitumstellung bei Langstrecken-Flügen nämlich unterschiedlich kompensiert werden. Verlängert sich der Tag (bei Flügen nach Westen), wird mehr Insulin benötigt, verkürzt er sich (bei Flügen nach Osten) weniger. Grundsätzlich gilt, mindestens alle drei Stunden den Blutzucker zu messen und gegebenenfalls mit Normal-Insulin zu korrigieren. Dabei lieber etwas höhere Blutzuckerwerte zulassen, als eine Unterzuckerung, eine Hypoglykämie, zu riskieren.

Bei Flügen gehört das Insulin grundsätzlich ins Handgepäck, weil im Frachtraum Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschen. Das verträgt das Hormon genauso wenig wie Temperaturen über 40 Grad C und direkte Sonneneinstrahlung. Ob am Strand, im heißen Auto oder in den Tropen, immer muss das Insulin vor Hitze geschützt werden. Dabei können Behälter aus Styropor (z.B. Warmhalte-Boxen für Babyflaschen), Thermosflaschen und Kühlboxen helfen. Aber direkten Kontakt mit den Kühlakkus vermeiden, sonst kann das Insulin gefrieren. Im Winter muss das Insulin vor dem Gefrieren geschützt werden. Beim Skifahren sollte es direkt am Körper getragen werden, ebenso die Messutensilien. Die Blutzuckermessungen sollten am besten bei Raumtemperatur durchgeführt werden.

Im Ausland kann es außerdem erforderlich sein, eine Legitimation in Englisch vorzuweisen, die den Behörden glaubhaft versichert, dass das Mitführen von Einwegspritzen und Insulinampullen auf Grund einer notwendigen Therapie erforderlich ist. Diabetiker sollten immer mehr Insulin als nötig bei sich haben, das gleiche gilt für Einweg-Spritzen und Messutensilien. Außerdem sollten Patienten die Herkunft ihres Insulins kennen (Human-, Schweine-, Rinder-Insulin) und über die Insulin-Zusammensetzung Bescheid wissen. So kann im Notfall im Urlaubsland ein Ersatz beschafft werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.