Wenn Kinder den Toilettengang verweigern

Wer glaubt, Verstopfung sei eine Erkrankung der Erwachsenen, der irrt gewaltig. Rund zehn Prozent aller Kinder leiden nicht nur manchmal, sondern dauerhaft unter Problemen mit dem Stuhlgang.

Eine chronische Verstopfung entwickelt sich meist aus einer akuten Verstopfung, die fast jedes Kind einmal hat, wenn etwa die Ernährung umgestellt wird, die Familie im Urlaub ist oder psychische Belastungen auftreten. Das Kind erlebt dann die Stuhlentleerung als eine schmerzhafte Erfahrung, die es zukünftig möglichst vermeiden möchte. Dies führt häufig zum „Verkneifen“ und zu sogenannten Stuhlrückhaltemanövern wie Überkreuzen der Beine, Sitzen auf der eigenen Faust oder Reiten auf Stuhllehnen. Von einer chronischen Verstopfung spricht man, wenn die Beschwerden mindestens ein bis zwei Monate mit zwei oder noch weniger Stuhlgängen pro Woche andauern. Die Kinder haben außerdem Bauchschmerzen, keinen Appetit, einen aufgeblähten Bauch und sind häufig müde und übellaunig.

Eine frühzeitige Behandlung der kindlichen Obstipation, so der Fachbegriff, ist unbedingt erforderlich, da sonst das Problem bis ins Erwachsenenalter anhalten kann. Am Anfang der Behandlung steht das vollständige „Ausräumen“ des Darmes und die Beseitigung des Kotstaus, was bei Kindern besonders schonend geschehen muss. Das nicht abhängig machende Abführmittel Macrogol, das es auch in einer speziell für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr zugelassenen Variante gibt, wird in Wasser aufgelöst und dann getrunken. Dieses Mittel verdünnt und erweicht den Stuhl durch das Binden von Wasser und dessen Einströmen in den Dickdarm. So wird eine zuverlässige Darmreinigung garantiert. Weil das Medikament weder in den Körper aufgenommen noch von Darmbakterien verstoffwechselt wird, verursacht es keine schmerzhaften Blähungen.

Je später die Verstopfung behandelt wird, desto länger dauert es, bis der Stuhlgang wieder normal ist – 12 bis 24 Monate braucht der Darm, bis er wieder problemlos funktioniert. Eltern und Kinder müssen also viel Geduld mitbringen. In Ihrer Apotheke wird man Sie gerne ausführlich beraten.

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